Hanjo 2008
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Man wird älter

Inzwischen hat sich durch weitere Untersuchungen und Röntgen-aufnahmen die Annahme bestätigt: Beide Hüft- wie auch beide Kniegelenke sind sehr stark von Arthrose betroffen, dazu der Meniskus des linken Knies total hinüber und alle vier Gelenke wohl nur noch operativ - Ersatz durch künstliche Gelenke - zu behandeln, um die Schmerzen zu lindern. Das wäre allerdings - ein Gelenk nach dem anderen - eine sich über Jahre hinziehende Aktion, die ich vorerst nicht durchführen lassen will. Mit den schmerzstillenden Salben und Tabletten wie auch der Vermeidung körperlicher Belastung (mir wurde auch bereits ein transportabler Rollstuhl zur Verfügung gestellt) kann ich derzeit ganz gut leben.

Leider hat sich Anfang 2017 - warum auch immer - mein Stoffwechsel verändert, so dass ein Blutzuckerwert von über 30 mmol/g zu verzeichnen war, also mehr als das Fünffache des normalen Wertes. In Absprache mit meiner Ärztin wurde daher mein Diabetes neu eingestellt und derzeit liegt mein Blutzuckerspiegel zwischen 10 und 13 mmol/g. Dafür spritzte ich anfangs 3 Mal täglich je 50 Einheiten Insulin, nach einer schmerzhaften Bauchspeichelentzündung  und vielen Schmerzmitteln nur noch 2 Mal täglich. Der Blutzuckerspiegel hat sich nun auf unter 10 mmol/g verbessert, damit kann man leben.

Meine Herztätigkeit wird weiter im Auge behalten, so ist jedes Jahr ein Gespräch mit der Herzabteilung im Krankenhaus angesagt. Zukünftig wird das auf meinen Wunsch hin in Kalmar stattfinden, da es mit dem Krankenhaus in Oskarshamn Unstimmigkeiten gab und im Krankenhaus in Kalmar die Herzabteilung mit vielen deutschsprachigen Ärzten bestückt ist. Und nun ist auch eine Untersuchung mit Kontrastmitteln der Arterien und Venen meines Unterleibes aufgrund der Schmerzen vorrangig in den Waden im Hinblick auf die Gefahren einer Thrombose oder auch eines Aneurysma anberaumt, wird vermutlich im Januar stattfinden.

Hildegard traf es etwas plötzlicher, aber auch weitaus gefährlicher. Am 03. April 2017 morgens gegen kl 08:00 platzte in ihrem Kopf so ein Aneurysma (Arterienerweiterung oder umgangs- sprachlich  arterielle Aussackung genannt, ist eine spindel- oder sackfärmige, ärtlich begrenzte, permanente Erweiterung des Querschnitts von  Schlagadern) und sie kam gerade noch rechtzeitig dank unserer schnellen Reaktion (112) und einer schnellen Ambulanz ins Krankenhaus in Oskarshamn. Die erkannten sofort die Situation und überwiesen sie umgehend in die Universitätsklinik in Linköping, die auf derartige Fälle spezialisiert ist und sie konnte noch an demselben Tag gegen kl. 18:00  operiert, die Arterie über einen Kathedereingriff verschlossen werden.

Es vergingen dann bange 14 Tage auf der Intensivstation und dem Warten, was denn nun danach passiert; auch für mich eine blöde weil ungewisse Zeit - man kommt da schon ins Grübeln. Aber es ging gut aus - ohne jegliche Nachwirkungen weder physisch noch psychisch ist die OP gut und erfolgreich verlaufen.nach zweitem Aneurysma (2)

Bei der ersten Untersuchung in Oskarshamn wurden zwei Anorysmen festgestellt, die zweite noch geschlossen, sollte aber lt. Arzt in absehbarer Zeit ebenfalls operiert werden, wozu sich Hildegard auch entschloss. Diese zweite OP, allerdings dieses Mal unter Öffnung der Schädeldecke, erfolgte am 20. Dezember 2017, ebenfalls erfolgreich und Hildegard war am 27.12.2017 wieder zu Hause. Eine Nachuntersuchung ist für Februar 2018 vorgesehen, so dass wir unsere Vorhaben, nach dem Winter mit Fernando in den Norden Schwedens zu reisen, wohl wahr machen können.

Man kann über das schwedische Gesundheitssystem aufgrund bekanntgewordener persönlicher Erfahrungen anderer in anderen Läns sicher einiges Kritische sagen. Auch stimmt, dass es hier in Småland neben längeren Anfahrten für eine Ambulanz manchmal auch lange Terminvorgaben und ganz sicher auch gute wie schlechte Ärzte gibt, wie überall auf der Welt. Für uns aber kann ich feststellen, dass wir hier im Kalmar Län bis heute eine gute ärztliche professionelle Behandlung erfahren haben, insbesondere nur wenig besserwisserischen Methoden und Kurzabspeisungen.

Alle terminlich vorher festgelegten Untersuchungen und Behandlungen verliefen ohne übermäßig lange Wartezeiten und mit vielen Fragen und Antworten. Und wenn mal irgend etwas nicht so funktioniert, wie ich es mir vorstelle, dann bekomme ich Unterstützung durch Rat und Tat seitens unserer Vårdcentrale.