Hanjo 2008
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. . . in Schweden

Wir hatten den Umzug auf ein Wochenende gelegt, am Sonntag wollten wir mit unserem PKW fahren. Bei Conny und Jürgen hatten wir uns angemeldet für die Tage, die der Möbelwagen noch unterwegs war bzw. die Möbel noch nicht im Haus waren. Beide gehörten, wie auch Helmut und Heidi & Ralph, zu den Menschen, mit denen wir bereits vorher per E-Mail Kontakt hatten und die uns viele Tips und Hilfestellungen gegeben haben. Schon diese Tage in Järnforsen waren so ganz anders als in Deutschland.Am Vättern

In den ersten Monaten, quasi anhand des neuen alltäglichen Lebens, haben wir in Gesprächen und auch praktisch viel erfahren über Småland und auch seine Menschen. Insbesondere naturgemäß über die, die mit uns in unserer Kommune leben. Wir hatten gute Möglichkeiten uns einzuleben.

Alles weitere verlief ebenfalls ohne Schwierigkeiten. Insbesondere das Haus ist in Ordnung, unsere Panna (Zentralheizung - sie kann mit Heizöl, mit Strom und mit Holz betrieben werden) bringt die Innentemperatur im gesamten Gebäude problemlos auf über 22° bei draußen minus 28° (2005 sogar minus 38°). Und wir haben auch gelernt, preiswert mit Holz zu heizen.

Weitere vorerst virtuelle Kontakte bekamen wir über Foren und Chats, an denen nicht nur schwedenbegeisterte Touristen, sondern auch in Schweden lebende Deutsche teilnahmen, die teilweise in der Umgebung wohnten. Und da das Autofahren durch die schwedische Natur für mich ebenfalls angenehm ist und, anders als in Deutschland, ohne Hektik und Stress vonstatten geht, haben wir weitere persönliche Kontakte herstellen können.

Wie erwartet verläuft  seit nunmehr 15 Jahren unser Leben hier weniger stressig, mit weniger Gebrauch der Ellenbogen. Natürlich gibt es sicherlich auch hier Leute, die vorrangig ihre Karriere im Sinn haben, aber insgesamt, so denken wir, nehmen die Menschen hier mehr Rücksicht auf die Belange des anderen. Wir fühlen uns hier weniger beobachtet, weniger ständig kontrolliert in unserem privatem Leben und bekommen von eventuell auch hier vorhandenem Machtstreben Einzelner so gut wie nichts mit. Wir fühlen uns ausreichend integriert, denn hier, so meinen wir, hat das Wort

Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginntBei Rosenfors

noch seinen Sinn und wird tatsächlich von der Mehrheit gelebt. Wir sehen daher keinen Grund, uns in die Belange der Småländer einzumischen, gar etwas verändern zu wollen, etwa in der Politik oder sonst wie gesellschaftspolitisch tätig zu werden, im Gegenteil (Jantelagen).

Durch die Schweden, meine ich, werden die individuellen Interessen jedes Menschen weitaus mehr respektiert, als wir das vorher in Deutschland je kennen gelernt haben, auch und vor allem durch die Politik. So sehen wir das auch noch nach zwölf Jahren, die wir hier nun leben.

Nun ist es ja aber schlichtweg unmöglich, dass man 50 Jahre seines Lebens einfach so vergessen kann. Es ist, so meine ich, ganz natürlich, dass man seine bisher gemachten Erfahrungen und gesammelten Erkenntnisse beibehält, bestenfalls überdenkt. Der Hinweis an mich durch einen hier seit mehr als 20 Jahren lebenden Deutschen: Du bist jetzt in Schweden, Du musst nun alles so machen, wie die Schweden, so leben, so denken und auch nur noch so handeln, wie es die Schweden tun, war und ist schlichtweg falsch, nicht nur, weil er unrealistisch ist, sondern die Menschen hier erwarten gar nicht die totale Übernahme ihrer Denk- und Handlungsweise, ihrer Gewohnheiten. Allerdings auch keine Bevormundung.

Als Deutscher wird man kein Schwede, mag man sich noch so anstrengen.Bei Rosenfors

Vielmehr ist es aber meines Erachtens möglich, seine bisher gemachten Erfahrungen mit den neuen Erkenntnissen, die man hier erfährt, in Einklang zu bringen, einiges des früher Erlernten und vor allem Anerzogenen unbeachtet zu lassen und von den Schweden zu lernen, sich von ihrem Gedankengut und natürlich auch von den praktischen Dingen das anzueignen, was man für sich selbst als sinnvoll und machbar erkennt.

Was die Schweden erwarten und auch erwarten können ist, so denke ich, dass man sie so (weiter-)leben lässt, wie sie es wollen, dass man ihnen nicht vorschreibt, was sie anders (deutscher?) zu machen haben, sondern dass man ihnen ihre Lebensweise, ihre Mentalität und ihre Sicht der Dinge belässt.

Sie können von jedem - insbesondere von dem, der hier permanent leben möchte - erwarten, dass man sie als Gastgeber akzeptiert und respektiert, sich zurückhaltend verhält, ihre Regeln - auch und gerade die ungeschriebenen  (lagom) - beachtet und ihren Wunsch, weitgehendst unabhängig zu sein, anerkennt sowie in jedem Einzelfall ihre persönlichen Grenzen beachtet. Die Schweden, so ist unsere Erfahrung, verhalten sich ihren Gästen gegenüber überwiegend genauso.Unsere Erfahrungen in Småland

Wir meinen:

Es gibt für uns alle keinen Grund und niemand hat das Recht,

die Schweden zu missionieren.

Das Gesetz von Jante Dokumente, die man braucht beim Umzug nach Schweden Was man beachten sollte Was man wissen sollte Ohne Moos nix los