Hanjo 2008
Hanjo´s Gästebuch
Impressum
E-Mail an Hanjo
Freiheit die ich meine

Gibt es aber eine Alternative?

Wären die Menschen tatsächlich in der Lage, frei, eigenverantwortlich und dennoch in einem sozialen Konsens zu leben? Würde ohne die staatlichen Zwangsmaßnahmen nicht alles – wie uns von den nur auf unser Wohl bedachten Sozialpolitikern suggeriert wird – im Orkus von Chaos und Anarchie zerfallen?

Keineswegs, aber jahrhundertealte Denkgewohnheiten machen es den meisten Menschen völlig unmöglich, eine Alternative zur heutigen Situation überhaupt nur anzudenken. Dabei ergäbe sich ein soziales Zusammenleben, eine Unterstützung der Armen durch die Reichen, eine Förderung der Schwachen durch die Stärkeren und die gegenseitige Hilfe in dezentralisierten, kleinen sozialen Gruppen schon aus der schieren Logik:

  • Wenn ich ein angenehmes Leben führen möchte – und nicht alleine und einsam, sondern in freudvoller Verbindung mit anderen, - werde ich schon aus purem Egoismus meinen Nachbarn und Freunden im Rahmen meiner Möglichkeiten helfen.

Dies sichert mir ihre Freundschaft und Hilfe, ihr Wohlwollen und ihre Liebe. Ich brauche keinen allmächtigen Staat, der mein Leben von A - Z reguliert und beaufsichtigt. Divergenzen und Auseinandersetzungen, unterschiedliche Meinungen und sogar Streit sind etwas absolut Natürliches. Damit gilt es sich jedoch persönlich auseinanderzusetzen, statt eine übergeordnete Allmacht zum Richter und Oberaufseher zu erheben und diese anzurufen.

Nun stellen Sie sich einmal folgende Sozialgemeinschaft vor:

In Gutlebensdorf, einer kleinen Stadt von vielleicht 10.000 Einwohnern, gibt es weder staatliche Schulen noch eine staatliche Polizei. Der Ältestenrat (alles ehrenamtliche, von der Bevölkerung gewählte Mitglieder) tagt wöchentlich, um Probleme und Streitfälle zu erörtern und zu schlichten.

Jeder kann arbeiten, wo und solange er möchte. Die jeweils Besten fungieren als Lehrer für die jeweils interessierten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in Gutlebensdorf.

Alle Waren und Dienstleistungen werden in fünf Wertekategorien eingeteilt, die mit unterschiedlichen Steuersätzen (von 0 % bis 60 %) belegt sind, wodurch derjenige, der sich höherwertige oder Luxusgüter leistet, eben mehr zum notwendigen Aerar für die gesamte Stadt beiträgt, als derjenige, der bescheiden und vornehmlich von Grundgütern lebt.

In den Stadtrat werden diejenigen gewählt, die in der Bevölkerung das höchste Ansehen genießen, sich um die Stadt am meisten verdient gemacht haben und die größte Erfahrung besitzen.

Für alle öffentlichen Serviceleistungen werden jeweils die Firmen verpflichtet, die das preiswerteste Angebot liefern; die Stadt selbst unterhält keine Firmen und Institutionen.

Niemand schreibt den Bürgern von Gutlebensdorf vor, wann und wie lange sie arbeiten, wie hoch sie sich gegen die Fährnisse des Lebens absichern (eine Mindestabsicherung ist vorgeschrieben, bei welcher privaten Versicherung sie sich jedoch absichern, ist ihnen selbst überlassen).

Auch Wach- und Sicherungsaufgaben werden privaten Firmen übertragen, die sich einer ständigen Konkurrenz ausgesetzt sehen. Lehrer und Erzieher haben Zeitverträge und müssen sich somit immerwährend qualifizieren.

Utopisch? Unmöglich?

Mitnichten. In den USA gibt es bereits mehr als 1.000 derartiger libertärer Kommunen, die teilweise sogar über ein eigenes Geldwesen verfügen. Die Kriminalität in sämtlichen dieser Städte und Gemeinden liegt weit unter dem Durchschnitt von Gemeinden und Städten vergleichbarer Größe.

Wer Mitglied dieser Gemeinden werden möchte, muss hierzu einen Antrag stellen, der von der Mehrheit der Bürger (unterschiedlich, zwischen 50 % und 2/3) befürwortet werden muss. Ebenso können diejenigen der Gemeindezugehörigkeit verwiesen werden, die sich als kriminelle Subjekte und damit als nicht integrabel erweisen.

Was uns Menschen in so hohem Maße zu unfreien Objekten und Spielbällen staatlicher Macht werden lässt, ist der Mangel an Natürlichkeit und einer von Neugier getragenen Kreativität, eine angsttriefende Unsicherheit und normierte Bequemlichkeit.

Staatlich oktroyierte Unfreiheit ist das Resultat mangelnder Einsatzbereitschaft und der Preis einer (trügerischen) Geborgenheit.

Davon abgesehen, dass der Mensch sich damit seiner natürlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten entsagt und zur Person degradieren lässt, hat diese scheinbare Sicherheit und Geborgenheit einen enormen Preis:

  • rund 1/3 aller Arbeitsleistungen in Deutschland sind als entropische Verluste abzuschreiben, die Umverteilungsmechanismen des Staates (Staatsquote) beanspruchen davon 50 % (wovon die Heloten und Wasserträger des Staates sowie die o.g. Abteilungsleiter allerdings prächtig leben);
  • rund 1/3 des Bruttoinlandsproduktes sind reine Fiktion, stellen sie doch bei Licht betrachtet weder eine Leistung noch einen volkswirtschaftlichen Wert dar;
  • Korruption und Bereicherung, Kriminalität und sozialpolitische Fäulnis nehmen immer mehr überhand;
  • der Grad an Eigenverantwortlichkeit und Initiative sinkt im Gros der Bevölkerung in dem Maße, wie den Menschen suggeriert wird, dass dies von dritter (staatlicher) Seite bestens geregelt werde/sei.

Die uns (besonders vor Wahlen) als Lockmittel vor die Nase gehaltenen Worthülsen entpuppen sich bei näherer Betrachtung als geradezu lächerlich.

Einige Beispiele gefällig?

1. Ethik in der Wirtschaft

Von der Wirtschaft ein humanistisch-geprägtes, ethisches Verhalten zu erwarten, ist absurd.

Ethisch können sich nur die Teilnehmer am Wirtschaftsleben verhalten, aber dazu sind Denk-, Empfindungs- und Handlungsmuster erforderlich, die aus einem freien, selbstverantwortlichen, kreativen, freudvollen und lebensbejahenden Denk-Fühl-Handeln erwachsen müssten, was wiederum gänzlich andere Erziehungsparameter voraussetzt.

Erst daraus könnte eine andere Sicht von Wirtschaft, ein gänzlich anderes Werteverständnis, eine wirklich soziale Lebensordnung – begründet auf individueller Freiheitlichkeit und persönlicher Verantwortlichkeit – erwachsen.

Das Maß der Ethik in der Wirtschaft bestimmen die Teilnehmer am Wirtschaftsleben. Sie kann weder gesetzlich manifestiert noch per Überwachungsstaat dekretiert werden.

2. Recht auf Arbeit

Auch dieses kann und muss kein Staat gesetzlich vorschreiben, keine Elite überbezahlter Staatsschmarotzer beschließen oder gnädig verfügen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Arbeit – natürlicherweise und von niemandem einschränkbar.

Dem Staat, einem anonymen Zwangsmonopol, die Pflicht zuzuschieben, gefälligst dafür zu sorgen, dass jeder Arbeit hat (und zwar eine ihm persönlich genehme), ist eine völlig absurde Forderung und wer dies als Politiker meint, versprechen zu dürfen, müsste buchstäblich und auf der Stelle entweder als Verbrecher oder Schwerhirngeschädigter unter Aufsicht gestellt werden.

Das persönliche Recht auf Arbeit ist nur von den Menschen selbst zu verwirklichen, wird jedoch bislang vom Staat, seinen Regularien und unter Beihilfe seiner Hofhunde in jeder nur denkbaren Weise behindert.

Freie Menschen müssen das uneingeschränkte Recht haben, sich als freie Vertragspartner – Arbeitnehmer und Auftraggeber – über Inhalt, Art und Umfang der zu erbringenden Arbeitsleistung sowie deren Preis einigen zu können.

3. Scheinselbständigkeit

Was fällt diesen Zeitgenossen überhaupt ein, darüber befinden zu wollen, wer sich in welcher Weise als Selbständiger betätigt oder lieber als Angestellter unter Tarifverträge und die staatliche Sozialaufsicht stellen möchte? In Wahrheit geht es Möchtegern-Sozis, Bündnisbunten und der pseudochristlichen Doppelpartei nur darum, die von ihnen veruntreuten, gähnend leeren Sozialkassen in jeder nur denkbaren Weise wieder zu füllen.

Wer sein eigenes Lebensrisiko selbständig und freiheitlich bewältigen möchte, dem hat der Staat, resp. das Parteiengewürm, nicht mit klebrigen Fingern in die Lebensplanung hineinzupfuschen.

4. Steuergerechtigkeit

Wer mit scheinbar sozialen Gesetzen ein Steuersystem schafft, welches Fleiß, Intelligenz, Einsatzbereitschaft und den Mut zu Investitionen (mit der Aussicht auf daraus erwachsende Gewinne) mit aberwitzig hohen Steuersätzen belegt, dann andererseits Subventionen und Abschreibungen gesetzlich zulässt, wiederum aber denjenigen bestraft, der diese dann ausnützt, täuscht das Volk, reißt bewusst sozial-feindliche Gräben auf und untergräbt – buchstäblich vorsätzlich – die Steuerethik (mit Steuermoral hat das ganze überhaupt nichts zu tun). Dadurch werden bewusst soziale Feindbilder geschaffen und gerade die Gruppe von Menschen, die dem Staat (vor allem den überbezahlten Politiker) das Überleben sichert, als quasi-asoziale Elemente in Verruf gebracht und an den Pranger gestellt.

Dieses niederträchtige Pharisäertum untergräbt systematisch den gesellschaftlichen Konsens und die Einsatzbereitschaft der Leistungswilligen.

In den letzten 20 Jahren, während derer der Deutsche Bundesverband für Steuer-, Finanz- und Sozialpolitik (DBSFS) e.V. nicht müde wurde, sein 1978 erstelltes Plädoyer für ein neues Steuer-, Wirtschafts- und Sozialkonzept zwei kompletten Bundestagen, Parteien, Ministern und anderen Funktionsträgern anzubieten, erhielten wir vor allem von den Wirtschaftsministern Bangemann, Hausmann, Möllemann und Rexrodt, aber auch von Finanzminister Waigel immer wieder eine klare Absage – gestützt auf das geradezu entlarvende Argument: Wir brauchen diese Vielzahl an Steuern, um mit deren Hilfe ordnungspolitisch jeweils da einzugreifen, wo dies nötig ist.

Genau darum geht es:

Die Ent-Freiheitlichung der Menschen, die auf der Basis Familie–Elternhaus–Schule-Lehre-Universität–Bildung-Forschung einerseits und gesellschaftlicher Moral–Religion–spirituell-emotionaler Konditionierung andererseits basiert, findet im Berufs- und Erwerbsleben, in der Wirtschaft und der genau dort ansetzenden Verwaltungs-, Ordnungs- und Steuerpolitik seinen funktionalen Abschluss.

Anders ausgedrückt: Einem wirklich humanistischen und höchstpersönlich freiheitlich gelebten Lebensdreieck des Menschen (bestehend aus Körper, Geist und Seele) steht das destruktive, entfreiheitlichende und in höchstem Maße unethische, staatlich zwangsverordnete System gegenüber.

Aus eigenem, freiem Denken wird dann ein staatlich verordnetes Schul-, Bildungs- und Denksystem, freiheitlich gelebte Emotionalität mutiert zu einem von moralischen Zwangsparametern verseuchten Sozialempfinden, dessen Werteparameter von neurotischen Emotionsterroristen verordnet werden, und ein kraftvolles, lebensbejahendes und von kreativer Aktivität getragenes Berufsleben fällt der Kastration durch überbezahlte Politikschergen und das Raubrittertum einer asozialen Steuerclique zum Opfer.

Tiere, die man ihrer natürlichen Lebensbedingungen und Verhaltensweisen beraubt, werden lethargisch, apathisch, verhaltensgestört und sogar unfruchtbar. Sie leben zwar – dank einer hochtechnisierten Medizin – in zoologischen Gärten mitunter sogar länger als in ihrer natürlichen Umgebung, dies aber zu Lasten der Lebensqualität und einer natürlichen Lebensfreude.

Nicht anders geht es dem Menschen, weshalb wir z.B. ahnungsvoll vermuten, dass in wirtschaftlich genügsamerer Form lebende Stämme und Völker Lateinamerikas, Afrikas und Asiens in Wahrheit wohl sogar glücklicher und zufriedener sind als der Mensch des Westens mit all seiner Hightechindustrie und -medizin und in seiner überversorgten Sozialstaatlichkeit.

Nein, kein Mensch hat das Recht – weder als Einzelner noch als Organisation –, die Freiheit eines anderen einzuschränken, sofern dieser nicht in widernatürlicher Weise kriminell handelt. Hierbei bezieht sich Freiheit beileibe nicht nur auf körperliche Unversehrtheit und wirtschaftliche und berufliche Belange, vielmehr schließt die Freiheit, die ich meine auch alle geistigen, emotionalen und spirituellen Belange ein.

Je mehr wir das Denken und Fühlen der Menschen institutionalisieren, kasernieren und reglementieren, desto geringer wird der (letztendlich ja allen zugute kommende) Output – das Ergebnis natürlich gelebter Kreativität, Neugier, Lern- und Lehrbereitschaft sowie der generellen Lebensfreude.

Freiheit ist keine Utopie, sondern ein natürliches Bedürfnis aller Formen organischen Lebens.

Freiheit ist jedoch ein Gut, um dessen Wahrung sich derjenige unablässig bemühen muss, der sie genießen und freudvoll erleben möchte. Die Entwicklung einer natürlichen Freiheitlichkeit ist eine Frage der Erziehung, nicht jedoch eine Frage gesetzgeberischer Maßnahmen. Die Erziehung zu einem freiheitlichen Denk-Fühl-Handeln geht einher mit einer Förderung endogener (und damit natürlicher) Kräfte, die auf ethischen Grundmotiven basieren. Wo diese gebrochen, zerstört und exogen vergewaltigt werden, kann kein freiheitliches Denken, Fühlen und Handeln erwartet oder gar verlangt und vorgeschrieben werden.

Wer Freiheit zum hohen Gut in der Politik (und all ihren Facetten) und als Basisparameter sozialen Verhaltens postuliert, die Menschen gleichzeitig aber auch gesetzgeberisch entmündigt und fremdbestimmt, handelt schizophren und provoziert entweder Duckmäuser und resignierte Feiglinge oder aggressive Asozialität und Egoismus.

Schlussendlich erhebt sich die Frage, wie lange sich die Menschen noch von einer (eigentlich lächerlich kleinen aber höchst gefährlichen) Clique politischer Marodeure, Schmarotzer und Halsabschneider ihrer Lebensfreude und Kreativität, Ethik und Ehre, ihres Selbstwertbewusstseins und ihrer Zukunft berauben zu lassen bereit sind.

Wie lange können diese Heloten des Aberwitzes, der schier unstillbaren Gier nach Macht und persönlicher Bereicherung noch ihre perfiden Spielchen treiben?

Just so lange, wie dies ihnen die Masse gestattet!

Andere Planeten werden unsere Erde als eine Art Irrenhaus betrachten,Zum Anfang der Homepage

sagte  G.B. Shaw über die degenerierte Menschheit.

Der Beitrag erschien unter: http://www.miprox.de/Sonstiges/Freiheit_die%20_ich_meine.htm