Hanjo 2008
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Es ging doch weiter

Nach diesen Erfahrungen hatte Hildegard eigentlich keine rechte Lust mehr, eine Arbeit anzunehmen, auch wenn es finanziell, aber auch von der Zeit her gesehen nicht schlecht gewesen wäre, bis zur Rente noch einer Beschäftigung nachzugehen. Aber wie es manchmal so kommt schlug Kommissar Zufall zu.

Eine gute Freundin, mit der Hildegard schon in der Mejerie zusammen gearbeitet hatte und ebenfalls entlassen worden war, suchte weiterhin einen Job und wurde bei einer Reinigungsfirma fündig. Zusammen fingen sie dort im April 2013 an, Hildegard mit 20 Std. in der Woche. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig - gerade so richtig, wie sie meinte. Sie hatten in der näheren Umgebung einige Objekte, sie wurde gefahren und das Arbeitsklima war OK, die Kunden wie auch die Chefin freundlich und nett und auch zufrieden. Kurz: Die Arbeit machte ihr Spaß.

Alles ging gut - bis zum 03. April 2017.Abulanzbil

Ich schlief noch, als ich morgens gegen 08:00 Uhr durch laute Rufe Hildegards geweckt wurde. Sie klagte über starke Kopfschmerzen, hatte sich übergeben und wir riefen die Ambulanz. Die war ca. 10 Minuten später da und brachte Hildegard ins Krankenhaus nach Oskarshamn. Dort wurde sie auf der Akuten erstbehandelt und geröntgt und sofort ins Krankenhaus in Lidköping überwiesen, in dem sie noch am selben Tag operiert wurde.

Was war geschehen? Festgestellt wurden zwei Arterienerweiterungen (Aneurysmen) , eine kleinere, die beobachtet werden musste, aber auch eine größere, die eine sofortige Operation erforderlich machte, da sie bereits geplatzt war. Diese OP konnte aber nur in der Universitätsklinik in Lidköping durchgeführt werden.

Ich fuhr mit Fernando natürlich der Ambulanz nach Oskarshamn wie auch nach Lidköping hinterher. Hildegard lag dort auf der Intensivstation und wurde untersucht und umsorgt. Nach mehrmaligen Röntgen und weiteren Untersuchungen erklärte uns der Arzt, dass mit einem Katheder die größere Blutung durch einen Stent umgehend geschlossen wird und sie danach ca. 14 Tage auf der Intensivstation zur Beobachtung verbleiben werde.

Na toll - und dann? Nun, am 17. April 2017 wurde sie von der Intensiv- auf eine normale Station und am 18. April 2017 zurück ins Krankenhaus in Oskarshamn verlegt, von wo sie dann am 20. April 2017 nach Hause entlassen werden konnte. Die Genesung verlief gut, es sind keine physischen und psychischen Folgen oder irgendwelche negativen Nachwirkungen festzustellen, lediglich viel Ausruhen und keine bzw. langsame körperlichen Anstrengungen waren angesagt. Und eine Menge Medikamente wurde verordnet.Erste WoMo-Tour (2)

Parallel liefen die beiden Anträge auf Rentenzahlung weiter, so dass eine Krankschreibung vorab zwar erst einmal bis Anfang Juli 2017 erfolgte, aber alle davon ausgehen, dass bis zum Eintritt in die Rente (18.09.2017) an eine Arbeitsaufnahme nicht mehr zu denken war. So war es auch.

Wir genossen die Zeit bereits als Vorbereitung auf Touren mit unserem Fernando und haben auch Haushalts- wie auch anderweitige Hilfen in Anspruch genommen, bis Hildegard wieder voll auf dem Damm war. Und wir waren natürlich auch gespannt, ob und wie auch die anderen Zahlungen wie z.B. das Krankengeld von der försäkringskassan  zeitgerecht und überhaupt eingehen würden. Passierte auch alles ohne Beanstandungen.

Alles verlief wie geplant; die für Hildegard zuständige Sachbearbeiterin der deutschen Rentenversicherung machte uns zwar Schwierigkeiten (wir hatten das Gefühl, sie wollte uns verarschen), die aber nach einer Fach- bzw. Dienstaufsichtsbeschwerde von uns umgehend zu einem gültigen Rentenbescheid führte. Auch die schwedische Seite verlief bzgl. der Rente zufriedenstellend,  so dass seit Ende Oktober 2017 beide Renten regelgerecht bei uns eingehen.

Bei der ersten Untersuchung in Oskarshamn wurden ja zwei Anorysmen festgestellt, die zweite noch geschlossen, sollte aber lt. Arzt in absehbarer Zeit ebenfalls operiert werden, wozu sich Hildegard auch entschloss. Diese zweite OP, allerdings dieses Mal unter Öffnung der Schädeldecke, erfolgte am 20. Dezember 2017, ebenfalls erfolgreich und Hildegard war am 27.12.2017 wieder zu Hause. Eine Nachuntersuchung ist für Februar 2018 vorgesehen, so dass wir unser Vorhaben, nach dem Winter mit Fernando in den Norden Schwedens zu reisen, wohl wahr machen können.